Alternativmusik (Dec 2007)

North ist das zweite Album des Dark Ambient-Projekts False Mirror, welches Hervorragend zur aktuellen Jahreszeit passt. Denn wie der Name vermuten lässt, wird der Hörer in Welten aus Eis und Schnee geführt. Deutlich ruhiger und düsterer als auf dem Debüt Chronostatic Scenes geht es hier zu. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass North auch von den ersten Polarexpeditionen inspiriert ist. Und so erweckt das Album auch Assoziationen an eine Expedition in die kalten Gefilde der Antarktis: Menschenleer, kalt und die Hälfte des Jahres in tiefste Dunkelheit und absolute Stille getaucht.

Normalerweise würde man ja bei einem Tonträger, der nur fünf Stücke umfasst, eher von einer EP als von einem ganzen Album sprechen. Wenn nun aber das kürzeste von allen sage und schreibe neun Minuten und vierzig Sekunden lang ist und alle anderen Lieder zwölf Minuten oder länger dauern, ist durchaus von von einem Album zu reden. Besonders wenn man bedenkt, dass die fünf Stücke keine Einheiten für sich sind, sondern sich wunderbar ineinanderfügen.

Auch innerhalb der Stücke findet sich Abwechslung, die sich sehen lassen kann. Sowohl akustische Instrumente als auch Fieldrecordings. Für letztere wurden auch keine Mühen gescheut: Einige wurden während des Orkans Kyrill aufgenommen, der über ganz Europa fegte.

Ein kaltes und deshalb auch hervorragendes Album erwartet den Hörer, das sich am besten bei ausgeschaltetem Licht, ein paar Kerzen und dem Blick auf eine verschneite Landschaft genießen lässt.

Tristan Osterfeld
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