"North" ist meine erste Begegnung mit False Mirror, dem Projekt von Tobias Hornberger, die zuvor bereits ein Album mit dem Titel "Chronostatic Scenes" veröffentlicht haben.
Geboten wird sphärischer und atmosphärischer Dark Ambient, inspiriert von der Arktis und den Expeditionen zum Nord- bzw. Südpol, was sich dann auch im Artwork des Albums widerspiegelt, das durch die Fjorde Norwegens inspiriert wurde. Die fünf, zum Teil bis über sechzehn Minuten langen Soundscapes, basieren auf Fieldrecordings, u.a. auch des Sturmes "Kyrill", der seinerzeit grosse Schäden in Deutschland anrichtete, wie auch der Verwendung traditioneller Instrumente wie Gitarren und Synthesizern, wobei die Atmosphäre des Albums an sich eine sehr getragene und harmonische Lautmalerei darstellt. Dynamikwechsel sind kaum auszumachen, was der unterkühlten Stimmung des Albums und der scheinbaren Endlosigkeit der Eislandschaften überhaupt keinen Abbruch tut. Im Gegenteil, erst so wird dieser unwirkliche und unwirtliche Lebensraum in all seiner faszinierenden Schönheit erst recht in Szene gesetzt.
"North" ist ein tolles Album und vor allem eins, das über eine lange Halbwertszeit verfügt und damit einer schnellen Abnutzung entgegenwirkt.