Sonic Seducer (Feb 2008)

Dark Ambient ist bisweilen ein zweischneidiges Schwert. Einerseits gehören endlose, sich wiederholende Sequenzen und minimale Modulationen zum unverzichtbaren Handwerkszeug dieses Genres, andererseits sind die Ausdrucksmöglichkeiten eben dieser Elemente beschrankt und allzu schnell besteht die Gefahr, sich ziellos im Sound zu verlieren. Tobias Hornberger alias False Mirror ist auf seinem zweiten Album ein solches Missgeschick nicht passiert. Mit viel Verstandnis für die prazise Ausarbeitung kleinster Details im ansonsten teppichartigen Klanggeschehen lasst er den Hörer seiner streng auf 493 Exemplare limitierten CD eine gedankliche Reise durch Eis und Schnee antreten. Passend zur kalten Jahreszeit liefern die sehr langen Stücke den Soundtrack zur eigenen Expedition, um in tiefster Polarnacht durch die schwindende Arktis zu streifen. Derartige Sphärengeräusche sind sicher nicht geeignet für die Alltagsberieselung, aber als Kontrast im hektischen Leben nicht zu verachten.

Peter Heymann
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