Inspiriert durch die Entdeckerreisen in die Polarmeere oder unwirtschaftlicher Gegenden dieser Welt (z.B. die russische Nordpolarmeerinsel "Novaya Zemlya"), lädt das Dark-Ambient-Duo False Mirror zu einem Trip in einsame und längst vergessene arktische Welten ein. 71 Minuten Spielzeit lassen sich sehr wohl auf höchstens fünf Tracks reduzieren, und das in nahezu statischer und kalt-bedrohlicher Instrumentierung. Wie erwartet beinhalten die fünf Stücke fließende Übergänge und können daher auch leicht als eine Einheit angesehen werden. Es regieren die Flächensounds, die sich mal mehr, mal weniger eindringlich in den Hirnwindungen festbeißen. Für die Produktion dieser sehr verfremdeten Klangskulpturen wurden Synthies, Keyboards oder Gitarren verwendet - jedoch nur, um eine frequenzgetreue Grundlage zu haben. Die konventionellen Instrumente sind jedenfalls nicht mehr zu vernehmen, so verwurstelt, aber auch beeindruckend klingt das Endresultat. False Mirror erschaffen sich durch ihre experimentell angehauchte Instrumentierung einen eigenen, authentischen Klang, der zum Eintauchen in eine fremde Welt vor dem Kaminfeuer während der kalten Jahreszeit eindlädt.